Monatsarchiv: Dezember 2014

ANIS (PIMPINELLA ANISUM )

Dieser muntere, kleine, aromatische Samen ist eines der Zaubermittel unserer europäischen Weihnachtsgebäcke. Wer kennt nicht die Basler Chräbeli, den Anisthaler oder in den Grotti bei einem Urlaub im Tessin die traditionellen „Ciambelle al Anice“, grosse, knusprige Knabber-Ringe, welche die Tessiner zum „Vino nostrano“ reichen.

Die Verbreitung dieses herrlichen Gewürzes ist den Römern in die Schuhe zu schieben, hatten sie doch in ihrem Durst nach Expansion Kontakte im ganzen Mittelmeerraum und dem mittleren Osten. Dort gedieh, in der Sonne Aegyptens, den griechischen Inseln bis hin nach Persien, das mit dem Fenchel, Kümmel und Kreuzkümmel verwandte Kräutlein. Von Lazien aus verbreitete sich im Mittelalter der Anis schnell in ganz Europa. Mit den ersten Siedlern, so Mitte des 16. Jahrhunderts gelang ihm dann auch noch die Überfahrt in die neue Welt.

Dioskurides, Plinius und sogar Pythagoras priesen den Anis in allen Tönen, da er viel zu einer guten Verdauung beiträgt, was diese Herren und Schlemmer sehr zu schätzen wussten. Im alten Rom wurden nach dem Essen Aniskuchen gereicht. In indischen und arabischen Restaurants liegt bei der Kasse ein Schälchen fein gesüsster Anissamen, deren man sich für einen erfrischenden Atem bedienen kann.

CIAMBELLE AL ANICE   /   TESSINER ANISRINGE

125g Butter weich
250g Zucker (oder auch Rohrohrzucker)
3 Eier ganz

10 Min schaumig schlagen,

1 Säckli Backpulver
1/2 TL Vanillepulver pur
1 Handvoll ganze Anissamen
1 kleines Gläschen Grappa
500 g Weissmehl (oder Dinkelmehl oder Grano duro)

beifügen und rasch mischen, eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Anschliessend fingerdicke Ringe formen und auf dem Blech verteilen (nicht zu nahe zusammenlegen, da sie aufgehen).

Bei 180 Grad ca. 8-10 Min. backen.