COCHENILLE – AUS SCHÄDLING WIRD NÜTZLING.

Unter den färbenden Hölzern und Kräutern für Ostereier ist Cochenille eine spannende Ausnahme.

Die Cochenillelaus ist eine Insektenart, die ursprünglich in Zentral- und Südamerika als Schädling auf Kakteengewächsen vorkommt. Das aus den Cochenilleläusen gewonnene Karmin dient als Kosmetik-Farbstoff und als ein natürlicher Lebensmittelfarbstoff sowie für Malerfarben. Als Lebensmittelzusatzstoff wird es manchmal mit dem Kürzel E120 bezeichnet. Aus den weiblichen Tieren wird Karminsäure gewonnen, welche die Grundlage für die Herstellung des Farbstoffs Karmin darstellt. Für 1 kg Farbstoff sind über 100.000 Schildläuse nötig.

Die Cochenille Laus wurde nach der Unterwerfung der Azteken in Mexiko ab dem Jahre 1532 nach Spanien exportiert und ab 1824 auch auf den Kanarischen Inseln angesiedelt. Nach Gold und Silber wurde Cochenille für Spanien das wichtigste Handelsprodukt. Die Kanarischen Inseln Lanzarote und Fuerteventura sowie Peru sind heute die wichtigsten Lieferanten von natürlichem Cochenille.

Anwendung: Zum Färben von Ostereiern gibt man ca. 2-3 Teelöffel in einen Topf mit Wasser und kocht dieses auf. Die Eier werden zum Färben und hart kochen ca. 6-10 Min. in das kochende Wasser gelegt und anschliessend kalt abgeschreckt. Je nach Dauer und Konzentration des Sudes werden die Eier pink bis dunkel-violett gefärbt.