Paradieskörner – AFRAMOMI MELEGUETAE SEMEN

Paradieskörner, auch Guineapfeffer oder Meleguetapfeffer genannt, sind die getrockneten Samen einer schilfähnlichen Staude aus der Familie der Ingwergewächse. Sie stammen von der feuchten Tropenküste Westafrikas.

Im Mittelalter gelangten Paradieskörner über Karawanenrouten nach Nordafrika und von dort nach Europa, wo sie als Pfefferersatz wegen ihres geringeren Preises sehr beliebt waren. Im Zuge der portugiesischen Entdeckungsfahrten des 15. Jahrhunderts wurden sie zunächst in steigendem Umfang über den Seeweg gehandelt, verloren aber langfristig an Bedeutung, nachdem die portugiesischen Expeditionen Indien erreicht hatten und damit die Möglichkeit zum billigeren Import von echtem Pfeffer eröffneten.

Paradieskörner erinnern im Geschmack leicht an Kardamom und haben eine pfeffrige und doch fruchtige Note. Auf der Zunge erinnern die Körner auch an Ingwer – scharf und frisch. Ihr Aroma entfalten sie in Schmorgerichten, etwa mit Lamm, Tomaten und Hülsenfrüchten. Das Gewürz passt aber auch in alles, was mit Curry und Kreuzkümmel gewürzt ist. Und es verwundert kaum, dass Paradieskörner ganz vorzüglich mit dem Paradiesapfel, der Tomate, harmonieren.